5. Juli 2021: Apostelgeschichte 16, 6-15

In meiner Jugendzeit sang ich mit Begeisterung

„… und unser Fuß soll erdwärts dringen und unsre Hand im Himmel sein!“

Heute sage ich: die Füße fest auf der Erde, und das innere – geistliche – Auge und Ohr in den Himmel! Ausgespannt in die Dimension bei Dir, Gott!

Davon spricht unser heutiger Text. Paulus und Silas sind auf der zweiten Missionsreise. Da verwehrt ihnen der Heilige Geist das Wort in der Provinz Asien zu predigen. Was mag da geschehen sein, wie hat sich ihnen der Heilige Geist gezeigt? Und weiter: sie wollen nach Bithynien, doch der Geist Jesu ließ es ihnen nicht zu! Wie das?

Ich kann es mir nur so erklären: Paulus und Silas hatten ihr Denken und Entscheiden geöffnet in die Wirkmacht des Geistes, der alles umfängt, der  lebendige Gegenwart ist mit Weisungsvollmacht in allem, sei es am Tag, sei es in der Nacht. So werden sich Paulus und Silas gewiss der Berufung, in Mazedonien das Evangelium zu predigen. In diesem Geist wird ihnen auch möglich sein zu erkennen dass die Purpurhändlerin Lydia zu den Gottgläubigen gehört.

"Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist“. Diese Hinwendung  singen wir mehrfach am Tag im Stundengebet. Spätestens hier sind Herz und Sinn  aufgerufen, über die Alltagsnotwendigkeiten  weit hinaus zu schauen und zu hören – ausgespannt in die Dimension bei Dir, Du mein Gott.

Sr. Edith Therese Krug CCR

1. Juli 2021: Apostelgeschichte 15, 1-22

Ob wir heute auch nur halbwegs ermessen können, was für ein fundamentaler Streit damals ausgetragen wurde? Da gab es nun also Menschen, die zwar an Jesus Christus glaubten, aber eben nicht im mosaischen Gesetz beheimatet waren, nicht beschnitten waren. Dabei  hatte doch Gott selber Mose das Gesetz gegeben!  Eine tiefe Verunsicherung der Jerusalemer Gemeinde! Kann man denn den Glauben an Jesus Christus annehmen, ohne Jude zu sein? Für die Judenchristen damals schwer vorstellbar!

Es spricht für die Menschen der damaligen Zeit (wohl im Jahr 48) , dass sie sich ernsthaft dem Konflikt stellten, offen miteinander stritten und auch eine Lösung anstrebten. Es ist bewundernswert, wie sie sich Gottes Wegen öffneten und sich überzeugen ließen, dass Gott einen neuen Weg für die Menschen anderer Völker und Religionen aufgetan hat: durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, ebenso, wie auch sie (die Judenchristen), die im mosaischen Gesetz aufgewachsen sind. (V.11)

Richard Rohr schreibt: „Nicht als ob Gott sich im Lauf der Zeit geändert hätte. Nicht als ob der Gott des Ersten Testaments ein anderer Gott als der Gott Jesu wäre. Vielmehr: WIR werden im Lauf unsres spirituellen Wegs durch diese Texte reifer und unsere Erfahrung vertieft sich. Es ist nicht Gott, der sich verändert, sondern unser Bewusstsein.“ *)

Und das ist immer wieder neu die Herausforderung der Stunde: bei allem Beheimatet-Sein in der Tradition, in dem, „wie es immer war“, offen zu sein für neue Wege, Überraschungen, Ungewohntes…

Ich erinnere mich an unsere gruppendynamische Zeit in der Communität, als wir so ziemlich alles in Frage stellten und eine große Verunsicherung um sich griff. Eines Tages fiel mir ein Wort zu: Gott kommt von vorne! Von da an konnte ich mich getrost einlassen auf das, was da werden sollte…

*) R.Rohr, Ins Herz geschrieben, Freiburg 2008,  S. 27

Sr. Gisela Monika Blume CCR

30. Juni 2021: Apostelgeschichte 14, 20-28

Die Namen der vielen Orte der beiden Reisenden klingen in mir nach. Was für eine bewegende Bewegung, im wahrsten Sinne des Wortes! Gottes Wort lädt zum Aufbruch ein, immer wieder. Da kommt mir eine Textzeile von Peter Handke in den Sinn, in der Gott dem Menschen zuspricht: „Geh über die Dörfer, ich komme Dir nach.“

Wir Schwestern sind keine Missionsbenediktinerinnen, die gelebte Stabilitas ist inbegriffen. Mehr als stabil steht und lebt dafür unsere Kirche, die einlädt sich hier zu verorten. Mehr neue Gebäude kommen hinzu - mit festen Mauern wachsen sie in das JA des Bleibens.

Das weckt in mit die Sehnsucht nach einem Herz aus Zeltwänden. Nicht damit es wandern kann, sondern damit es weit bleibt für das wandernde Wort Gottes - verortet im Hier und Jetzt.

Sr. Anja Veronika Waltemate CCR

7. Juni 2021: Apostelgeschichte 6, 8-15

alle, die im Rat saßen, blickten auf Stephanus und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht“.

Ich assoziere: hell, zugewandt, nahe, freundlich, durchscheinend, leuchtend …

… ein Angesicht wie eines Engels Angesicht.

In unserer Gemeinschaft gab es eine Zeit da hieß es: „Du bist für Dein Gesicht verantwortlich.“ Sehr hilfreich war dieser Satz oft  nicht in den vielen kleinen und großen Problemen, die junge und ältere Schwestern betreffen und ihnen auch anzusehen sind.

Wo ist das Goldkorn, bzw. gibt es überhaupt diesbezüglich eines? Werden wir nicht vielmehr von allen Seiten vom Schicksal, von zu schwierigen Aufgaben, von Reiberei und Versagen beschossen,  von Missverständnissen und unseren eigenen Minderwertigkeits- oder Allmachtsphantsien?

Mir ist ein Satz in der Regel St. Benedikt eine Freude: „Im Angesicht der Engel will ich dir mein Gott lobsingen“. Plötzlich ändert sich die Blickrichtung, das Umfeld, der Horizont.

Das kann ich immer wieder verantworten:  zu dir Gott und deinen Verheißungen aufzuschauen.

Das bündelt sich für mich im Beginn der eucharistischen Liturgie: „Erhebt eure Herzen!“ – „Wir erheben sie zum Herrn“!

„… alle, die im Rat saßen, blickten auf Stephanus und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht.“

                                                               Sr. Edith Therese Krug

1. Juni 2021: Apostelgeschichte 4, 32-37

Diese wunderbare, ideale Schilderung der Jerusalemer Urgemeinde hat vielfach Nachahmung gefunden, nicht zuletzt auch in unserer Gemeinschaft. Wenn wir noch Apg.2, 42-47 hinzuziehen, sind es fünf Schwerpunkte: Einigkeit in der Lehre, Gemeinschaft, gemeinsames Brotbrechen, Gebet und der Wunsch, dass niemand arm sein soll.

Aus der Geschichte wissen wir leider, wie zerbrechlich eine solche Idealgemeinschaft ist, so ist ja auch der Kommunismus gescheitert. Benedikt rechnet stark mit einem realistischen Menschenbild, wenn er warnt vor dem Trieb des Habenwollens. Und gleich im anschließenden Kapitel wird es am Beispiel von Hananias und Saphira deutlich vor Augen geführt.

Benedikt sieht den Menschen wie er ist. In Kap 33 und 34 der Regula entwirft er Regeln für die Gütergemeinschaft, wie sie sich über die Jahrhunderte hin bewährt hat: Jeder soll das bekommen, was er braucht, ohne Ansehen der Person, sondern aus Rücksichtnahme auf die Schwächen. Wer weniger braucht, danke Gott und sei nicht traurig. Wer mehr braucht, erhebe sich nicht wegen der Vergünstigung.

Es geht also nicht um gleiche Verteilung der Güter, sondern Maßstab ist die Unterschiedlichkeit der Menschen, ihres Alters, ihrer Gesundheit, ihrer Tätigkeit, ihrer Charaktere. Und Benedikt ist auch ein guter Seelsorger. Er weiß, dass Neid und Besitzgier tief im menschlichen Herzen verwurzelt sind. Nur mit der inneren Haltung der Dankbarkeit, Demut und dem Freiwerden vom Vergleichen wird es möglich, dass alle im Frieden miteinander leben können.

Dazu helfe uns Gott auch weiterhin!

Sr. Monika Blume CCR

6. Mai 2021: Daniel 12, 1-13

4. Mai 2021: Daniel 9, 20-27

26. April 2021: Daniel 5, 1-30

23. März 2021: Lukas 22, 24-30

16. März 2021: Lukas 21, 1-4

15. März 2021: Lukas 20, 41-47

13. März 2021: Lukas 20, 27-40

09. März 2021: Lukas 19, 41-48

20. Februar 2021: Lukas 10, 1-16

8. Februar 2021: Lukas 8, 26-39

6. Februar 2021: Lukas 8, 22-25

4. Februar 2021: Lukas 8, 16-18

3. Februar 2021: Lukas 8, 4-15

30. Januar 2021, Lukas 7 (18-23)

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