23. März 2021: Lukas 22, 24-30

Bis in die Stunde des Abschiedsmahles reicht die traurige Rivalität der zwölf Apostel, wer von ihnen wohl der Größte sei, wer unter ihnen das Sagen hat und vielleicht auch das Sagen haben wird, als Nachfolger in Frage kommt, wenn es so kommt, wie es Jesus schon mehrmals deutlich gemacht hat. Das Gerangel um Macht und Ansehen offenbart, wie anfällig wir Menschen, selbst im engsten Jüngerkreis Jesu, bleiben.

Auch wenn wir glauben, alles verlassen zu haben, schleppen wir noch manchen „blinden Passagier“ aus unserer alten „Heimat“ mit uns, so oft in Unzufriedenheit über manches sich äußernd. „Bei euch soll es anders sein!“ sagt Jesus. Ganz einfach sagt er das, ohne in die zukunftslose Debatte des Vergleichens einzusteigen.

Die Jünger werden von Jesus als „groß“ angesprochen. Sie sind „groß“, weil sie geprägt sind von Jesu Ruf in seine Nachfolge. Sie sind „groß“, weil sie teilhaben an seiner Vollmacht, das Reich Gottes zu verkünden, Verlorenes zu suchen und zu retten. Sie sind „groß“, weil der Vater beschlossen hat, ihnen das Reich zu geben. Sie sind „groß“, weil sie bei Jesus geblieben sind trotz aller Anfeindungen. Der Weg der Jünger führt wie der Weg ihres Herrn durch „Anfechtungen“ in das Leben, das vom Tod nicht mehr berührt wird.

Sein Verhalten wird zum Vor-Bild für die „Größe“ der Jünger. So gibt er ihnen und uns sein Vermächtnis mit: „Ich bin unter euch wie einer, der dient.“

Sr. Ruth Meili CCR

16. März 2021: Lukas 21, 1-4

Unser heutiger Text, „das Scherflein der Witwe“,  eingelegt in den Almosenkasten im Tempel zu Jerusalem, hat  eine besondere Wirkungsgeschichte. 

Paulus ließ in Korinth und anderen Missionsgemeinden sammeln für die „Heiligen in Jerusalem“, die dringend Hilfe brauchten.

Heute steht in vielen jüdischen Haushalten  eine kleine blauweiße Spendendose,  in die an jedem Shabbat eine Spende eingelegt wird. Der Jüdische Nationalfond  Keren Kayemeth LeIsrael hat schon vor seiner Gründung  im Jahr  1901 aus diesen Beträgen im damaligen Osmanischen Reich Land für jüdische Rückbesiedelung gekauft, Ursprungzellen des modernen Israel.

In vielen christlichen Haushalten stand und steht eine Missionssammelbüchse – da wurden schon seit  Jahrenhunderten  die Missionen rund um den Erdball unterstützt.

Heute finden wir in Apotheken, Tankstellen und Einzelhandelsgeschäften Plexiglasboxen, die Wechselgeld und sonstige Münzen an caritative Einrichtungen weitergeben – viele „Scherflein“ geben viel. Gut so.

Eine andere Geschichte ist, dass wir vor dem Text zurückschrecken:  „Diese Witwe aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie zum Leben hatte.“ Bei Markus:  „Sie hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte“.

Haben wir nicht schon alles gegeben – als wir in diese geistliche Gemeinschaft eintraten? Und leben wir nicht – rundum gut versorgt – mit einem kleinen Budget, das wir gerne für uns brauchen. Wie soll ich „alles geben“?

Dahinein fällt die  Not heute: eine  sog. Kulturschaffende die nicht arbeiten darf, eine alleinerziehende Mutter  in Kurzarbeit kommt mit ihren Möglichkeiten ans Ende. Campact wirbt  für die Rettung verhungernder Kinder im Jemen um Spenden . Plan, die  Aktion Frauen für Frauen sucht Frauen, die eine Patenschaft für ein Mädchen für € 320 im Jahr übernehmen – damit es die Möglichkeit einer Schulbildung erhält und nicht schon mit 12 Jahren verheiratet wird.

Ich bete: Gott unser Vater, lass mich aus Dank für Deine Gnade das meinen Möglichkeiten angemessene „Scherflein“ geben und die Wirksamkeit Deines Wortes erfahren: „ Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten, und wer da  sät im Segen, der wird auch ernten im Segen“. Und: „einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“. Amen.

Sr. Edith Therese Krug CCR

15. März 2021: Lukas 20, 41-47

Ist Jesus von Nazareth der Messias? Das ist die entscheidende Frage. Nachdem die Pharisäer vorher Jesus mehrere theologische Fragen gestellt haben, dreht er den Spieß jetzt um. Anhand des 110. Psalms weist er ihnen nach, dass sie die Heilige Schrift nicht verstehen. Dort nennt David den Messias seinen Herrn. Er verbindet damit die endzeitliche Vorstellung, dass Gott dem Messias die Herrschaft über die ganze Schöpfung übergibt. Und die prophetischen Texte lassen keinen Zweifel daran, dass er einem menschlichen Geschlecht entstammt, nämlich dem Geschlecht Davids. Erst unlängst ist Jesus von dem Blinden von Jericho so angesprochen worden: „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ Damit hat der Blinde ihn bezeugt als den Messias, den Christus Gottes. Er, der Blinde, hat mehr und tiefer gesehen als die Pharisäer. Die Pharisäer nehmen Anstoß an dem bescheidenen Auftreten Jesu, an seiner Nähe zu den Armen und von der Gesellschaft Ausgestoßenen, schließlich an seinem entehrenden Sterben. Das passt nicht zu dem Bild, das sie sich von dem erhofften Messias machen.- Immer ist es bedenklich, wenn wir ein festes Bild von einem Menschen haben, wie er zu sein hat…

Denn gerade weil er sich selbst hingab und Knechtsgestalt annahm, hat Gott ihn erhöht:

 Phil. 2: „Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist…“

Sr. Gisela Monika Blume CCR

13. März 2021: Lukas 20, 27-40

09. März 2021: Lukas 19, 41-48

20. Februar 2021: Lukas 10, 1-16

8. Februar 2021: Lukas 8, 26-39

6. Februar 2021: Lukas 8, 22-25

4. Februar 2021: Lukas 8, 16-18

3. Februar 2021: Lukas 8, 4-15

30. Januar 2021, Lukas 7 (18-23)

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