6. Mai 2021: Daniel 12, 1-13

Mit dem eben gehörten Text beenden wir die fortlaufende Lesung des Propheten Daniel. Ich empfehle zur Ergänzung, die „Stücke zum Buch Daniel“ zu lesen in den alttestamentlichen Apokryphen.

In unserem heutigen Text liegt eines der ältesten Zeugnisse für den Glauben Israels an eine Auferstehung vor uns.

Diese Hoffnung gehörte jahrhundertelang nicht zum Bekenntnis Israels.

Der Verstorbene wurde „zu den Vätern versammelt“ diese Formulierung ist uns ja ein wenig vertraut - und er führte, wie man damals annahm, in der Unterwelt, der Scheol, ein freudloses Schattendasein.

Mit der späteren prophetischen Verkündigung vom Gericht, vom „Tag des Herrn“, z.B. bei Jesaja, änderte sich die Vorstellung von der Scheol; sie galt nun als Ort des Zwischenzustands zwischen Tod und Auferstehung.

Erst nach dem Exil – wie im Buch Daniel - setzte sich die Erkenntnis durch, dass Gottes grenzenlose alle und alles umfassende Macht auch über den Tod gebietet, und dass seine ewig währende Treue die Menschen niemals verlässt und preisgibt.

Er kann und wird die Verstorbenen zu sich rufen, und ihnen Anteil geben an seiner Wirklichkeit.

Aus dieser Zuversicht schöpfen Daniel und seine drei Freunde im Feuerofen und die Märtyrer in den Makkabäerbüchern ihre erstaunliche Standhaftigkeit.

Wir hörten: Die einen werden erwachen zum ewigen Leben und strahlen wie der Himmel strahlt, und sie werden immer und ewig wie die Sterne leuchten. Die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe.

Die Gerechten werden leben in Ewigkeit, der Herr wird sie mit seiner Freundschaft belohnen, der Höchste selbst wird für sie sorgen.

Darum werden sie aus der Hand des Herrn das Reich der Herrlichkeit empfangen und die Krone der Schönheit.

„Du, Daniel, geh nun dem Ende zu! Du wirst ruhen, und am Ende der Tage wirst du auferstehen, um dein Erbteil zu empfangen.“

Mit diesem trostvollen Zuspruch schließt das Buch Daniel.

Sr. Ruth Meili CCR

4. Mai 2021: Daniel 9, 20-27

Liegend betet der Prophet für den heiligen Berg Gottes – und wird getröstet von einem Engel mit den Worten: „Du bist von Gott geliebt!“ – Wie wunderbar! Das gilt auch uns.

Es folgen Erklärungen zu seiner Vision: Es gibt eine festgesetzte Zeit der Unterdrückung, Sünde und Schuld für Jerusalem, in der die Seleukiden herrschen. Aber sie ist festgesetzt, wird ein Ende haben! Erst dann wird die Geschichte Gottes mit seinem Volk und seinen Menschen an ihr Ziel kommen. Ewige Gerechtigkeit wird herrschen, Verheißungen werden sich erfüllen, das Heiligtum wird wiederhergestellt.

Immer wieder ist versucht worden, die apokalyptische Rede von den sieben mal siebzig Jahren zu deuten. Solche Versuche stehen in der Gefahr, Gott ausrechnen zu wollen und damit den Herrn der Geschichte Zahlen zu unterwerfen. Aber Jesus warnt uns: „Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“ (Matth.24,36) Erst vor kurzem haben wir einen Kanon gesungen: „Gott hat für alles seine Zeit!“

Nein, wir wissen nicht, wann, aber wir dürfen wissen, dass die unselige Zeit ein Ende haben wird, dass diese Welt nicht sich selbst überlassen bleibt, sondern dass Gottes Erbarmen über uns waltet. GOTT IST GUT!

Sr. Gisela Monika Blume CCR

26. April 2021: Daniel 5, 1-30

Gibt es einen Kipp-Moment für Gott? Einen Grad an Ignoranz und Bosheit, ab dem die Geduld Gottes zu Ende ist und Gott direkt ins Geschehen eingreift? An dem dann, wir hier, das „Mene-tekel“ gesprochen – bzw. geschrieben wird? Mene-tekel – Inbegriff drohenden Unheils, das nicht mehr abwendbar ist? Gewogen und für zu leicht befunden? Wenn du an das heilige Altargerät gehst, ist Schluss?

Aber warum nicht früher schon? Oder: Warum bekam Belsazzar keine zweite Chance? War es schon seine dritte? War er ein hoffnungsloser Fall?      

Ich frage nach dem Handeln Gottes und komme nicht an’s Ende.

Und vielleicht ist die Frage nach einem Kipp-Moment ja falsch gestellt.

Ist das Menetekel vielleicht gar kein unabwendbares Urteil Gottes, sondern lediglich eine Ansage dessen, was die „natürliche“ Folge des Handelns von Belsazzar ist? Belsazzar der immerhin die Macht eines Königs hatte? Der verantwortlich war für die ihm Anvertrauten, der gestalten konnte, der den Einfluss hatte Gerechtigkeit voranzubringen? Werden Belsazzar von Gott noch kurz vor seinem Tod die Augen geöffnet für das, was geschehen wird?

Dann wäre die Fragerichtung nicht hin zu Gott, sondern zu uns Menschen. Dann können und sollten wir darin die Frage nach unserem Handeln hören. Wie verantwortlich gehen wir mit der Macht um, die uns gegeben ist? Wofür setzen wir sie ein?

Warum gibt es so viel unermessliches Leid auf der Welt, soviel Ignoranz und Ungerechtigkeit?

Aber auch mit diesen Fragen komme ich nicht weiter.

Also frage ich in beide Richtungen zu gleich. Ich frage, dank Belsazzar und Daniel, nach meinem und unserem Handeln. Und ich frage Gott und Gottes Handeln – und lande im Gebet.

Du unser Gott, Herr über Himmel und Erde,

ich klage dir das Leid auf der Erde – das von gestern und das von heute.

Ich danke dir, dass du Menschen befähigst, zu Dir zu stehen – auch unter Lebensgefahr.

Ich lobe dich, du hältst den Bund deiner Treue zu uns aufrecht – trotz unserer Vergehen.

Dein Heiliger Name sei gepriesen heute und allezeit und in Ewigkeit

Amen

Sr. Franziska Fichtmüller CCR

23. März 2021: Lukas 22, 24-30

Bis in die Stunde des Abschiedsmahles reicht die traurige Rivalität der zwölf Apostel, wer von ihnen wohl der Größte sei, wer unter ihnen das Sagen hat und vielleicht auch das Sagen haben wird, als Nachfolger in Frage kommt, wenn es so kommt, wie es Jesus schon mehrmals deutlich gemacht hat. Das Gerangel um Macht und Ansehen offenbart, wie anfällig wir Menschen, selbst im engsten Jüngerkreis Jesu, bleiben.

Auch wenn wir glauben, alles verlassen zu haben, schleppen wir noch manchen „blinden Passagier“ aus unserer alten „Heimat“ mit uns, so oft in Unzufriedenheit über manches sich äußernd. „Bei euch soll es anders sein!“ sagt Jesus. Ganz einfach sagt er das, ohne in die zukunftslose Debatte des Vergleichens einzusteigen.

Die Jünger werden von Jesus als „groß“ angesprochen. Sie sind „groß“, weil sie geprägt sind von Jesu Ruf in seine Nachfolge. Sie sind „groß“, weil sie teilhaben an seiner Vollmacht, das Reich Gottes zu verkünden, Verlorenes zu suchen und zu retten. Sie sind „groß“, weil der Vater beschlossen hat, ihnen das Reich zu geben. Sie sind „groß“, weil sie bei Jesus geblieben sind trotz aller Anfeindungen. Der Weg der Jünger führt wie der Weg ihres Herrn durch „Anfechtungen“ in das Leben, das vom Tod nicht mehr berührt wird.

Sein Verhalten wird zum Vor-Bild für die „Größe“ der Jünger. So gibt er ihnen und uns sein Vermächtnis mit: „Ich bin unter euch wie einer, der dient.“

Sr. Ruth Meili CCR

16. März 2021: Lukas 21, 1-4

Unser heutiger Text, „das Scherflein der Witwe“,  eingelegt in den Almosenkasten im Tempel zu Jerusalem, hat  eine besondere Wirkungsgeschichte. 

Paulus ließ in Korinth und anderen Missionsgemeinden sammeln für die „Heiligen in Jerusalem“, die dringend Hilfe brauchten.

Heute steht in vielen jüdischen Haushalten  eine kleine blauweiße Spendendose,  in die an jedem Shabbat eine Spende eingelegt wird. Der Jüdische Nationalfond  Keren Kayemeth LeIsrael hat schon vor seiner Gründung  im Jahr  1901 aus diesen Beträgen im damaligen Osmanischen Reich Land für jüdische Rückbesiedelung gekauft, Ursprungzellen des modernen Israel.

In vielen christlichen Haushalten stand und steht eine Missionssammelbüchse – da wurden schon seit  Jahrenhunderten  die Missionen rund um den Erdball unterstützt.

Heute finden wir in Apotheken, Tankstellen und Einzelhandelsgeschäften Plexiglasboxen, die Wechselgeld und sonstige Münzen an caritative Einrichtungen weitergeben – viele „Scherflein“ geben viel. Gut so.

Eine andere Geschichte ist, dass wir vor dem Text zurückschrecken:  „Diese Witwe aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie zum Leben hatte.“ Bei Markus:  „Sie hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte“.

Haben wir nicht schon alles gegeben – als wir in diese geistliche Gemeinschaft eintraten? Und leben wir nicht – rundum gut versorgt – mit einem kleinen Budget, das wir gerne für uns brauchen. Wie soll ich „alles geben“?

Dahinein fällt die  Not heute: eine  sog. Kulturschaffende die nicht arbeiten darf, eine alleinerziehende Mutter  in Kurzarbeit kommt mit ihren Möglichkeiten ans Ende. Campact wirbt  für die Rettung verhungernder Kinder im Jemen um Spenden . Plan, die  Aktion Frauen für Frauen sucht Frauen, die eine Patenschaft für ein Mädchen für € 320 im Jahr übernehmen – damit es die Möglichkeit einer Schulbildung erhält und nicht schon mit 12 Jahren verheiratet wird.

Ich bete: Gott unser Vater, lass mich aus Dank für Deine Gnade das meinen Möglichkeiten angemessene „Scherflein“ geben und die Wirksamkeit Deines Wortes erfahren: „ Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten, und wer da  sät im Segen, der wird auch ernten im Segen“. Und: „einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“. Amen.

Sr. Edith Therese Krug CCR

15. März 2021: Lukas 20, 41-47

13. März 2021: Lukas 20, 27-40

09. März 2021: Lukas 19, 41-48

20. Februar 2021: Lukas 10, 1-16

8. Februar 2021: Lukas 8, 26-39

6. Februar 2021: Lukas 8, 22-25

4. Februar 2021: Lukas 8, 16-18

3. Februar 2021: Lukas 8, 4-15

30. Januar 2021, Lukas 7 (18-23)

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