20. Oktober 2021: Lukas 12, 54-59

Ja, auch ohne den Wetterbericht zu hören, wissen auch wir heute einigermaßen zu sagen, wie das Wetter heute werden wird und ziehen uns entsprechend an, nehmen vielleicht einen Schirm mit…

Aber was meint Jesus mit seinem Vorwurf, dass wir über diese Zeit nicht urteilen können, die Zeichen der Zeit nicht erkennen?

Er fordert dazu auf, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, zu deuten, was geschieht und entsprechend zu handeln. So erzählt er das Gleichnis von einem Schuldner, einem Gläubiger und einer drohenden Gerichtsverhandlung. Er fordert dazu auf, die letzten Chancen zu nutzen, noch auf dem Weg zum Gericht das Steuer in die Hand zu nehmen und nichts unversucht zu lassen, um eine gütliche Einigung zu erreichen. Eine Aufforderung an uns, im Vertrauen auf Gottes Hilfe zu tun, was wir können, um Notleidenden zu helfen, die Umwelt zu schonen, für Gerechtigkeit und Frieden in unserem Umfeld zu sorgen, österliche Hoffnung zu leben und so Menschen zu ermutigen.

Luther sagt: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Sr. Gisela Monika Blume CCR

16. September 2021: Lukas 12, 22-34

Eine alleinerziehene Mutter deren Geld am 20. des Monats alle ist wird ihr ganzes Sinnen und Trachten darauf richten wie sie für ihre Kinder und sich etwas zu Essen und Trinken bekommt.

Eine Familie an der Aar, der neben vielem anderen auch die Winterkleidung weggeschwemmt wurde, wird ihr Sinnen und Trachten darauf richten  unter den vielen Kleiderspenden etwas Passendes und Wärmendes zu finden.

Wer coronabedingt fast keine Einnahmen mehr hat und seine Wohnung gekündigt bekam wird sein Sinnen und Trachten darauf richten wo er oder sie im Winter unterkommen kann, ein Dach über dem Kopf , Wärme findet.

Wir im Kloster haben zu essen und zu trinken.
Wir im Kloster haben Kleidung für jede Jahreszeit.
Wir im Kloster haben jede einen Raum für sich, gut ausgestattet und beheizt.
Wir sind rundum versorgt.

Wir sind die ersten Adressaten für den Aufruf: „Trachtet vielmehr nach Gottes Reich“,  nach einem Leben mit und unter dem Bewusstsein  deiner  Gegenwart  Du unser Gott.

Dafür sind Klöster geschaffen.

Zeit und Vermögen werden eingesetzt für die Freiheit, unser  Sinnen und Trachten auf Dich, Gott, zu richten. Das ist unser großer Schatz. „…  wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“  V.34



Sr. Edith Therese Krug CCR

25. September 2021: Hebräer 7,11-28

Dieser Melchisedek fasziniert mich.  

Melichesedek heißt übersetzt "König der Gerechtigkeit". Und er ist König von Salem - "salem" sind dieselben hebräischen Buchstaben wie Schalom - König von Salem ist das eine geografische Bezeichnung oder ist damit das messianische Friedensreich gemeint?

Der Name Melchisedek wird im 1. Testament nur zwei Mal kurz erwähnt. Das erste Mal bei der Abrahamsgeschichte Genesis 14,18: "Melchisedek aber, der König von Salem, brauchte Brot und Wein hervor; er war ein Priester des höchsten Gottes." Und dann folgt die kurze sehr eindrückliche Begegnung mit Abraham.

Mir fällt da ein Wort ein aus dem Johannesevangelium (Kap.8), wo Jesus spricht: "Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ICH."

Wer weiß, vielleicht hat Abraham IHN geschaut und Begegnung gefeiert.

Die zweite Stelle, wo der Name Melchisedek erscheint, ist die Stelle, die in unserem heutigen Hebräerbriefabschnitt vorgelesen wurde - ich lese sie nochmal - sie stammt aus Psalm 110, wo David spricht oder singt: "Gott spricht zu meinem Herrn: .... du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks."

Nur bei Abraham und David kommt der Name Melchisedek vor.


Mir gefällt es, dass der Autor des Hebräerbriefes diese Stellen auf Jesus Christus hin deutet, als Leuchtspur durch die Heilsgeschichte!

Aber mir gefällt nicht, wie er aus lauter Begeisterung und Ehrerbietung für Jesus Christus das mosaische Gesetz abqualifiziert, z.B. in Vers 18 "... damit wird das frühere Gebot aufgehoben, weil es schwach und nutzlos war."

Inzwischen wissen wir leidvoll, was sich aus solchen Abwertungen entwickeln kann!

Darum will ich noch ein Wort dazufügen von diesem Jesus Christus selbst, den der Autor so schätzt und verkündet.  Jesus spricht: "Ihr sollt nicht meinen, dass ICH gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. ICH bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz bis es alles geschieht." (Mt 5, 17)

Jesus Christus, Alpha und Omega, Verheißung und Erfüllung, DICH beten wir an.

                                                                Sr. Elisabeth Ester Graf CCR

23. September 2021: Hebräer 6,9-20

18. September 2021: Hebräer 3,1-19

15. September 2021: Nehemia 13,15-22

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