27.11.2021: 1. Thessalonicher Brief 3, 6-18

„Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen!“ – Ein hartes Wort, das leider zum Sprichwort geworden ist und viel Unheil angerichtet hat.

Denn es lässt Gott aus dem Spiel – der doch die Barmherzigkeit und Liebe ist!

In den Kommentaren wird es aus dem geschichtlichen Zusammenhang erklärt: die Erwartung der Wiederkunft des Herrn in naher Zukunft hat offenbar Menschen dazu veranlasst, die Hände in den Schoß zu legen, ein liederliches Leben zu führen und vom Almosen anderer zu leben. Dabei hätte gerade die Naherwartung der Wiederkunft Christi Ansporn sein können, die Arbeit, die man gerade hat, gut zu machen! Der Briefschreiber ermahnt, sich an Paulus ein Beispiel zu nehmen, der als Zeltmacher gearbeitet und seinen Lebensunterhalt verdient hat.

Sinn der Arbeit ist demnach 1. niemandem zur Last zu fallen, 2. keine Arbeit gering zu achten, 3. arbeiten, um anderen helfen zu können.

Heute, in einer Zeit mit hoher Arbeitslosigkeit in vielen Ländern der Erde wissen wir, welch kostbares Gut es ist, arbeiten zu können und erst recht einen bezahlten Arbeitsplatz zu haben. Das Mönchtum hat von Anfang an Arbeit als sinnvoll betrachtet und auch auf die heilsame Wechselwirkung von Gebet und Arbeit (ora et labora) hingewiesen.  

Herr, gib uns allen unser täglich Brot….Amen

Sr. Gisela Monika Blume CCR

25.11.2021: 1. Thessalonicher Brief 2,1-12

Das Kommen unseres Herrn

Wie oft in den vergangenen 2000 Jahren hat sich ein Mensch oder eine Gruppe berufen gefühlt, die Wiederkehr Jesu zu propagieren? Immer ging damit einher Schrecken, Ausstieg aus den gesellschaftlichen Vorgaben und Verantwortlichkeiten. Und es blieben große Verzweiflung, zerstörte Familien und Gemeinschaften bis hin zu Selbsttötung.

Dostojewski läßt in seiner Erzählung „Der Großinquisitor“ Jesus nach 1500 Jahren nach Sevilla kommen. Der neunzigjährige Kardinal und Großinquisitor erkennt ihn, setzt ihn gefangen und fragt: „Warum bist du gekommen, uns zu stören? Denn dazu bist du gekommen, du weißt es selber“.

Was würde heute, 2021, geschehen, wenn Jesus käme? Vorher muss jedoch, so lesen wir, der „Mensch des Frevels offenbar werden, der Sohn des Verderbens.“ Für den Schreiber des Thessalonicherbriefes waren dies der Seleukidenkönig Antiochus IV. und der römische Kaiser Caligula. Beide entweihten rücksichtslos den Tempel in Jerusalem, stellten ihre Bildnisse auf – Götter, wie sie sich fühlten. Es sind noch keine 90 Jahre her dass ein von der „Vorsehung“ erwählter Führer Europa mit seinen Bildnissen überzog, sie auch in Kirchen installieren ließ und in 12 Jahren Europa durch seine SA- und SS-Horden und die Wehrmacht in Schutt und Asche legte. Heute wagen seine Enkel und Urenkel sich aus dem immer noch nicht trockengelegten braunen Sumpf an der einen und anderen Stelle hervor.

Wird hier „der Herr Jesus töten mit dem Hauch seines Mundes und ein Ende machen wenn er kommt“?

In der Schrift „Der Großinquisitor“ antwortet Jesus auf die drängende Frage „warum bist du gekommen uns zu stören“ nichts. Er schaut den Greis nur unvermindert offen an bis dieser ihn seine Verzweiflung sehen läßt – und Jesus ihm einen Kuss der Liebe schenkt.

Im Lukasevangelium -12,49. – antwortet Jesus seinen Jüngern „Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte!“ Das ist kein Waldbrand wie in Kalifornien, in der Tundra, auf dem Karmel, im Regenwald – Jesus ist nicht dazu da unsere menschengemachten Unmöglichkeiten zu reparieren! Er legt ein Feuer anderer Art in unsere Herzen, in dem die Formen unserer Demut und unserer Aroganz, unserer Lebensgier und Duckmäuserei, unseres Neides und unserer Hoffnungslosigkeit, unserer Ansicht von Wahrheit und Lüge das Brennmaterial sind. Die Flammen kommen aus einer uns übersteigenden Dimension und schlagen zurück in diese Dimension  – in den Himmel, ins Ewige.

Was bleibt mir? Ich stimme ein in den alten Ruf der Offenbarung Johannes:

Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; wer da will der nehme das Wasser des Lebens umsonst (Offb 22,17).

Sr. Edith Therese Krug CCR

18.11.2021: 1. Thessalonicher Brief 3, 1-13

Aus unserem heutigen Text höre ich vor allem zwei Dinge: Fürsorge und Freude. Echte Fürsorge um das Wohlbefinden anderer und echte Freude über ihren festen Glauben.

Wie sieht das in meinem Leben aus? Habe ich jemanden, der nach mir fragt, dem mein geistliches Wachstum wichtig ist, der mich umbetet und im Zweifel sogar jemanden ausschickt um mich zu unterstützen?

So mag ich beten:

Schöpfergeist, lass mich heute ein Mensch sein,

der Dein Licht durchscheinen lässt,

der meinem Gegenüber Gewissheit schenkt aus Deiner Quelle Fürsorge zu erfahren.

Lass mich heute ein Mensch sein,

der im anderen Dich erkennt,

der sich um mich sorgt. Amen.

Sr. Anja Veronika Waltemate CCR

20. Oktober 2021: Lukas 12, 54-59

Ja, auch ohne den Wetterbericht zu hören, wissen auch wir heute einigermaßen zu sagen, wie das Wetter heute werden wird und ziehen uns entsprechend an, nehmen vielleicht einen Schirm mit…

Aber was meint Jesus mit seinem Vorwurf, dass wir über diese Zeit nicht urteilen können, die Zeichen der Zeit nicht erkennen?

Er fordert dazu auf, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, zu deuten, was geschieht und entsprechend zu handeln. So erzählt er das Gleichnis von einem Schuldner, einem Gläubiger und einer drohenden Gerichtsverhandlung. Er fordert dazu auf, die letzten Chancen zu nutzen, noch auf dem Weg zum Gericht das Steuer in die Hand zu nehmen und nichts unversucht zu lassen, um eine gütliche Einigung zu erreichen. Eine Aufforderung an uns, im Vertrauen auf Gottes Hilfe zu tun, was wir können, um Notleidenden zu helfen, die Umwelt zu schonen, für Gerechtigkeit und Frieden in unserem Umfeld zu sorgen, österliche Hoffnung zu leben und so Menschen zu ermutigen.

Luther sagt: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Sr. Gisela Monika Blume CCR

16. September 2021: Lukas 12, 22-34

Eine alleinerziehene Mutter deren Geld am 20. des Monats alle ist wird ihr ganzes Sinnen und Trachten darauf richten wie sie für ihre Kinder und sich etwas zu Essen und Trinken bekommt.

Eine Familie an der Aar, der neben vielem anderen auch die Winterkleidung weggeschwemmt wurde, wird ihr Sinnen und Trachten darauf richten  unter den vielen Kleiderspenden etwas Passendes und Wärmendes zu finden.

Wer coronabedingt fast keine Einnahmen mehr hat und seine Wohnung gekündigt bekam wird sein Sinnen und Trachten darauf richten wo er oder sie im Winter unterkommen kann, ein Dach über dem Kopf , Wärme findet.

Wir im Kloster haben zu essen und zu trinken.
Wir im Kloster haben Kleidung für jede Jahreszeit.
Wir im Kloster haben jede einen Raum für sich, gut ausgestattet und beheizt.
Wir sind rundum versorgt.

Wir sind die ersten Adressaten für den Aufruf: „Trachtet vielmehr nach Gottes Reich“,  nach einem Leben mit und unter dem Bewusstsein  deiner  Gegenwart  Du unser Gott.

Dafür sind Klöster geschaffen.

Zeit und Vermögen werden eingesetzt für die Freiheit, unser  Sinnen und Trachten auf Dich, Gott, zu richten. Das ist unser großer Schatz. „…  wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“  V.34



Sr. Edith Therese Krug CCR

25. September 2021: Hebräer 7,11-28

Dieser Melchisedek fasziniert mich.  

Melichesedek heißt übersetzt "König der Gerechtigkeit". Und er ist König von Salem - "salem" sind dieselben hebräischen Buchstaben wie Schalom - König von Salem ist das eine geografische Bezeichnung oder ist damit das messianische Friedensreich gemeint?

Der Name Melchisedek wird im 1. Testament nur zwei Mal kurz erwähnt. Das erste Mal bei der Abrahamsgeschichte Genesis 14,18: "Melchisedek aber, der König von Salem, brauchte Brot und Wein hervor; er war ein Priester des höchsten Gottes." Und dann folgt die kurze sehr eindrückliche Begegnung mit Abraham.

Mir fällt da ein Wort ein aus dem Johannesevangelium (Kap.8), wo Jesus spricht: "Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ICH."

Wer weiß, vielleicht hat Abraham IHN geschaut und Begegnung gefeiert.

Die zweite Stelle, wo der Name Melchisedek erscheint, ist die Stelle, die in unserem heutigen Hebräerbriefabschnitt vorgelesen wurde - ich lese sie nochmal - sie stammt aus Psalm 110, wo David spricht oder singt: "Gott spricht zu meinem Herrn: .... du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks."

Nur bei Abraham und David kommt der Name Melchisedek vor.


Mir gefällt es, dass der Autor des Hebräerbriefes diese Stellen auf Jesus Christus hin deutet, als Leuchtspur durch die Heilsgeschichte!

Aber mir gefällt nicht, wie er aus lauter Begeisterung und Ehrerbietung für Jesus Christus das mosaische Gesetz abqualifiziert, z.B. in Vers 18 "... damit wird das frühere Gebot aufgehoben, weil es schwach und nutzlos war."

Inzwischen wissen wir leidvoll, was sich aus solchen Abwertungen entwickeln kann!

Darum will ich noch ein Wort dazufügen von diesem Jesus Christus selbst, den der Autor so schätzt und verkündet.  Jesus spricht: "Ihr sollt nicht meinen, dass ICH gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. ICH bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz bis es alles geschieht." (Mt 5, 17)

Jesus Christus, Alpha und Omega, Verheißung und Erfüllung, DICH beten wir an.

                                                                Sr. Elisabeth Ester Graf CCR

23. September 2021: Hebräer 6,9-20

18. September 2021: Hebräer 3,1-19

15. September 2021: Nehemia 13,15-22

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